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Jahreshauptversammlung Berichtsjahr 2017 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: ku   
Sonntag, den 04. März 2018 um 19:36 Uhr

Jahreshauptversammlung Berichtsjahr 2017

Von Norbert Leister / SWP

Das nüchterne statistische Fazit 2017 der Pfullinger Bergwacht zog deren Leiter Jochen Boley am Donnerstagabend im DRK-Haus: „133 Dienste, 66 Ausbildungen, 40 Einsätze, insgesamt 239 Aktivitäten mit rund 10 000 Stunden.“ Und er hatte weitere Zahlen parat: 257 Mitglieder zählte der Verein im Vorjahr, darunter 35 Aktive und 14 in der „sehr gut aufgestellten Jugendabteilung“, die laut deren Leiter Stefan Wiesenfarth mehr als 1200 Stunden bei Ausbildungsabenden, Freizeitaktivitäten und Ausfahrten gemeinsam verbrachten.

Ein Lob richtete Wiesenfarth im Auftrag der gesamten Bergwacht an Gesamtleiter Boley: „Du machst deinen Job gut – und wirst ihn ja wohl bis 80 weitermachen.“ Bis dahin hat der langjährige Vorsitzende des Vereins noch ein paar Jahre vor sich, bei seinem Rückblick ging er aber auch auf die zunehmende Belastung der Bergretter ein: Während der 40 Einsätze seien durchschnittlich neun Aktive mit mehr als 700 Stunden im Einsatz gewesen, jeder Bergretter habe somit mehr als 75 Stunden dafür aufgewendet. „Da wir oft gemeinsam mit der Bergwacht Bad Urach unterwegs sind, kommen im Landkreis Reutlingen über 80 Alarmierungen zusammen.“ Und gerade in den vergangenen Tagen hätten sich am vereisten Uracher Wasserfall die Unfälle und Einsätze der Bergretter gehäuft. „Heute waren wir gleich zweimal dort“, so Boley.

Dabei würden sich die Einsätze während der Arbeitszeit an Werktagen häufen, „Dank richte ich dabei an die Arbeitgeber“, betonte der Pfullinger Bergwachtleiter. Mit den Einsatzzeiten allein sei es aber nicht getan: Hinzu kämen Dienst- und Übungsstunden bei Fortbildungen, Lehrgängen, Prüfungen, Wartung von Kfz, Funk und viel Aufwand für die Organisation. „Einen hohen Ausbildungsstand zu erreichen, erfordert sehr viel – diesen zu halten fast noch mehr.“

So stand beispielsweise im vergangenen Jahr auch eine große Übung im Kreis Tübingen an, der Titel lautete „Heißer Süden“. Dabei habe sich Landesinnenminister Thomas Strobl „von der Professionalität der Bergwacht überzeugen können“, so Boley. „Das war eine überzeugende Präsentation“, zitierte Boley den Minister. Und der Bergwachtleiter habe die Gunst der Stunde genutzt, um Strobl „von benötigten Geldmitteln zu überzeugen“.

„Vielseitig“ seien laut Bergwacht-Ärztin Ute Müller die Anforderungen im Bereich Notfallmedizin im vergangenen Jahr gewesen: „Das Spektrum reichte von kleinen Schürfwunden über Knochenbrüche an Armen, Beinen oder Rippen bis hin zur Kombination von mehreren schweren bis lebensgefährlichen Verletzungen.“ Mit Ski-, Kletter-, Mountainbike- und Wanderunfällen hatten die Bergretter laut Müller zu tun, selbst Tiere waren dabei: Ein Pferd hatte seine Reiterin abgeworfen, ein Hund sich hangabwärts verirrt, „Frauchen wollte ihn retten und stürzte dabei ab“.

Damit nicht genug: Vermisstensuche, Suizidversuche und gar das Bergen von Leichen gehörte mit zu den Aufgaben 2017. „Den Einsatzkräften werden dabei Höchstleistungen abverlangt“, betonte Ute Müller. Dazu zähle aber nicht nur die Bergung der Opfer in schwierigem Gelände, die Sicherung der Einsatzstelle und der Patienten, sondern auch die notfallmedizinische Versorgung, mitsamt einer oftmals hohen psychischen Belastung für die Retter.

Lob ereilte die Pfullinger Bergwacht an diesem Donnerstagabend auch noch vom Landesverband: „Ihr seid super aufgestellt“, bescheinigte Jochen Adler den Echaztälern. Seinen Dank richtete er auch „an die anderen Blaulichtfraktionen, dass die gemeinsamen Übungen so gut funktionieren“.

Auch Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk verteilte dann noch Lob: „Rund um die Uhr einsatzbereit anderen Menschen zu helfen, das verdient unseren besonderen Dank und Respekt für das große Engagement.“

Ehrungen bei der Pfullinger Bergwacht

Bei einer Bergwacht, die 1953 gegründet wurde, bleibt es nach 65 Jahren nicht aus, dass eine größere Anzahl an Ehrungen ansteht“, betonte Jochen Boley. Für zehn Jahre Mitgliedschaft wurden Hanna, Linda und Milena Angerbauer, Fabian Betz, Hannes Hartmann, Rudolf Hess, Yannic Klötzl, Ute und Thomas Müller, Lukas, Moritz und Tobias Pfletschinger sowie Lena Schmälzle geehrt. Seit 20 Jahren im Verein ist Volker Hartwich, seit 25 Jahren Peter Kurr und Christl Weiss, seit 30 Jahren Jörg Braun und Stefan Sautter, seit 40 Jahren Ulrike Löffler, Hubert und Peter Merz, Christa und Herbert Offenbeck, Thomas Reinhardt und Ernst Vielberth. Auf 50 Jahre Vereinszugehörigkeit bringen es Roland Bross, Walter Kurrle und Willi Pauschert. nol

Quelle: https://www.swp.de/suedwesten/staedte/reutlingen/bis-hin-zur-leichenbergung-24924542.html

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. März 2018 um 17:36 Uhr